Archiv für die Kategorie „National“

Die Bahn kocht…

Mittwoch, 14. Juli 2010

Die Bahn – never ending story – ähnlich der Telekom. Man darf ja nix von guten alten Zeiten sagen, aber als gewisse Unternehmen noch in staatlicher Hand waren, war einiges einfach besser. Nein, kein nostalgisches Schönfärben und auch keine Retro-Romantik. Es gab da noch Menschen, die mit Menschen kommunizierten und nicht Blechmaschinen, ohne Hirn und Verstand. Vom Herz ganz zu schweigen…
Und es gab noch Fenster in den Zügen. Die man von Hand öffnen konnte. Bei denen man sich bei der Fahrt den Wind durch die Haare wehen lassen und prima mit den Mitreisenden streiten konnte: Fenster auf – Fenster zu – Fenster auf – Fenster zu.
Wie immer haben sich die alten Weiber am meisten aufgeregt (sorry, politisch unkorrekt, aber trotzdem wahr), die – kein Mensch weiss, was die immer für eine Show abziehen – “leider nicht rückwärts fahren können, weil es einem da so schlecht wird…”. Gequirlte Kacke, warum soll es einem denn da schlecht werden? Ist ja keine Achterbahn, sondern ganz normales Regionalzugtempo. Aber eine hat’s mal erfunden und alle anderen plappern es nach. Na ja, mit was soll man sich denn sonst noch wichtig machen?
Ja und gerade diese Krücken regten sich immer auf, wenn bei 35 Grad im Schatten auch nur ein winziger Lufthauch durch die aufgeheizten Abteile zog.
Aber es gab wenigstens noch die Möglichkeit, die Fenster zu öffnen. Anders im ICE. Anders als vor ein paar Tagen bei 50 Grad in den Abteilen. Einige Schüler sind kollabiert und mussten in die umliegenden Krankenhäuser abtransportiert werden. Die Bundespolizei ermittelt bereits. Und täglich wieder Meldungen von ausgefallenen Klimaanlagen. Die Bahn erhöht zwar in schöner Regelmässigkeit ihre Fahrpreise, aber kaum ist es mal ein bisschen über 20 Grad, fallen die Klimaanlagen reihenweise aus. Und kaum sinken die Temperaturen mal unter 5 Grad, streiken die Heizungen.
Aber Verkehrsminister Ramsauer bleibt auch bei diesen horrenden Temperaturen cool: die Zwischenfälle sollten nicht zur nationalen Katastrophe hochstilisiert werden, schliesslich seien bei keinem Fahrgast bleibende Schäden zu verzeichnen.
Na toll, ab welchen körperlichen Beeinträchtigungen jenseits des Kreislaufkollapses, der ja n-u-r tödlich enden kann, besteht denn eigentlich Nachbesserungsbedarf? Und sicher fährt unser Verkehrsminister nicht mit der Bahn, sondern mit einer klimatisierten Limousine, die auch von meinen Steuergeldern finanziert wurde.

Volksentscheid in Bayern: Rauchverbot

Sonntag, 20. Juni 2010

Ich darf mal wieder mitbestimmen: demnächst steht der Volksentscheid zum Rauchverbot in Bayern an. Ich weiss garnicht, warum und wieso, denn vor ein paar Jährchen gab es doch schon mal eine Entscheidung. Da sind die ganzen Raucherclubs (mit und ohne Gebühr) und kuriose Lagerstätten für Raucher entstanden. Auf den Bahnhöfen wurden sie ausgesperrt, die Zugabteile geschlossen (oder vernichtet? Die konnte man doch wohl nicht mehr renovieren?) und die idiotischsten Ausnahmeregelungen geschaffen (Rauchen im Bierzelt ist erlaubt!?).
Also, das hatte ich schon im Urlaub in USA vor mehr als 10 Jahren und dort ist keiner dran gestorben. Denn die Wogen der Empörung sind in Deutschland damals hoch geschlagen!!! Die armen Wirte!!!
Ja, wieso jetzt wieder ein Volksentscheid? Ich weiss es nicht, will mich garnicht informieren und geh’ sowieso nicht hin. Mein politisches Engagement wird mit den Jahren immer geringer.
Früher habe ich jeden tot-argumentiert, der die Frechheit besass, nicht zum Wählen zu gehen. Heute ist mir wurscht, was die anderen machen und ich geh’ selber nicht mehr hin. Politikverdrossenheit nennt man so was wohl – aber wen juckt’s schon, ob ich zur Wahl gehe oder nicht…
Und deshalb gehe ich erst recht nicht zum Volksentscheid. Und schon garnicht für so einen Schmarrn! Wenn jetzt die Frage gestellt werden würde, ob wir den Euro wieder rückgängig machen wollen oder ob der Kindermörder Makus Gäfgen vor den Europäischen Gerichtshof ziehen darf (der, dem Folter angedroht wurde, um den Bankierssohn Jakob von Metzler zu retten) – ja, ich würde mir die Mühe machen. Ich würde mein Kreuzchen setzten. Aber für’s Rauchverbot?
Zu dumm sind die Argumente der Raucher: Geräuchertes hält länger, der Weg zur Lunge will geteert sein, ich lass’ mir nix verbieten, an irgend etwas muss man doch sterben, mein Grossvater wurde 93 Jahre alt, obwohl…
Zu heuchlerisch die Argumente derer, die am Raucherelend auch noch verdienen: die Freiheit in Bayern ist gestorben, die Selbstbestimmung des Menschen ist sein oberstes Gut…
Die einzig Leidtragenden sind die Kinder: sie sehen diesen ganzen Mist und gewöhnen sich an den Anblick, sie atmen die Gitstoffe ein und werden dadurch intellektuell immun. Sie fallen ihren Eltern zum Opfer, die sie schon als Babies einräuchern und sich nix dabei denken…
Leute, Rauchen ist die letzte Scheisse!!! Lasst es bleiben, wenn ihr könnt. Und wenn nicht, schämt Euch wenigstens dafür und rennt nicht noch stolz rum und macht mit Eurer Sucht auf “dicke Hose”…

Horst bekommt 200.000,–€ im Jahr

Mittwoch, 16. Juni 2010

Ja, geht’s eigentlich noch? Unser Bundes-Horst wurde jetzt verabschiedet. Aber nicht, ohne ein nettes Abschiedsgeschenk! 200.000,–€ jährlich, ein Büro, einen Dienstwagen und eine Sektretärin.
Also Leute, jetzt mal ehrlich: was soll denn diese Sch…?
Und die schämen sich nicht mal, sondern machen noch eine richtige Party aus dieser Verabschiedung!!! Bin ich eigentlich der einzige Mensch, der sich über so etwas aufregt?
Tagein, tagaus höre ich nichts anderes, als: wir müssen sparen, wir müssen den Gürtel enger schnallen, hier wird eingespart und dort wird gestrichen. So ein Hartz IV-Emfänger kann auch von 300,–€ menschenwürdig leben…
Mann, dass sind nicht mal 4000,– Euronen im Jahr! Okay, mich geht’s nichts an. Ich lebe nicht von Hartz IV. Aber gibt es hier noch irgend eine Verhältnismässigkeit? Gut, vielleicht ist nicht jeder, der von der Stütze lebt, qualifiziert genug um ein Bundespräsi zu werden. Der ein oder andere wird aber sicher dabei sein.
Qualifikation hin oder her. Aber ist Otto-Normalverbraucher, zu denen ich mich natürlich auch zähle, nix wert?

Und jetzt wird ja hübsch gepokert: wer darf denn der nächste Glückliche sein? Wer ist unser Hauptgewinner? Egal, was der so fabriziert und wie er unser Land vertritt. Oder aus welchen Gründen er auch das Handtuch schmeisst. Köhler hielt es ja nicht einmal für nötig, die genauen Gründe seines Rücktritts zu erklären…
Sollten unsere Politiker nicht einmal mit gutem Beispiel voran gehen oder wenigstens mit uns solidarisch sein? Nööööööööö, wieso? Jeder ist sich selbst der Nächste.
Aber warum reg’ ich mich überhaupt auf? Jedes Volk bekommt die Politiker, die es verdient.

Autohaus Brennsteiner in Dingolfing – der letzte Akt?

Sonntag, 6. Juni 2010

Langsam hab’ ich die Schnauze voll! Nach der gefühlten 123987 Nachfrage bei meinem Anwalt in Dingolfing – nach fast auf den Tag genau 1 Jahr nach meinem Autokauf bei der Firma Brennsteiner in Dingolfing – flattert mir gestern ein Schreiben ins Haus.
Sinngemäss möchte mich mein Anwalt aus Dingolfing doch nicht so gerne vertreten…
Und mit der Angelegenheit der Abmahnung möchte er ausdrücklich nichts zu tun haben!
Das fällt ihm jetzt ein, nachdem er mir schon seit Wochen zugesagt hat, einen Termin bei einem gerichtlich bestellten Schlichter durch das AG Dingolfing zu beantragen.
Mein Freund, der meinen Anwalt ebenfalls kennt und auch grosse Stücke auf ihn gehalten hat, sagt mir heute, nach dem Durchlesen des Schreibens: “die halten zamm…”
Ist natürlich auch nur seine Meinung, hallo, keine Tatsachenfeststellung!!! Na gut, er ist in Dingolfing aufgewachsen und kennt die Strukturen dort besser als ich, aber, wie gesagt, das ist nur seine Meinung!!!
Also, fassen wir nochmal zusammen: vor ca. einem Jahr habe ich beim Autohaus Brennsteiner – im Glauben daran, bei einem “richtigen” Autohaus fair behandelt zu werden (ich weiss, manchmal bin ich etwas naiv!) – eine A-Klasse mit nur ca. 78.000km für über 7000,–€ gekauft. Ist ja ein Mercedes, da kann man nochmal 200.000km drauffahren…
Innerhalb diesen Jahres habe ich meinen Job wechseln müssen, weil das Quietschen dieses Fahrzeuges nicht mehr auszuhalten war (Hinweis des Verkäufers: da müssen Sie halt das Radio ein bisschen lauter stellen – running gag). Es war mir nicht mehr möglich, 8 Stunden täglich mit diesem elenden Gequietsche zu fahren. Ganz nebenbei hab’ ich für Reparaturen und Anwaltskosten schlappe 3000,–€ in das Auto investieren müssen.
Von meiner Zeit, meinen Nerven, den versäumten Kundenterminen ganz zu schweigen.
Nach ewigem Hin und Her – auch die Schiedstelle des Kfz-Gewerbes in Dingolfing hat mich monatelang hingehalten – bin ich zum Autohaus Brennsteiner gefahren, um ein Angebot wegen Rückgabe zu erhalten. Ich wollte dort garnicht hinfahren, aber mein Anwalt hielt dies für eine ausgezeichnete Idee.
Und – schwupps – habe ich das “überaus grosszügige” Angebot der Firma Brennsteiner erhalten, dass meine A-Klasse für stolze 3000,– (oder waren es 3500,–€?) zurückgekauft werden würde. Das nenn’ ich mal Wertverlust!!!
Tja, ich fürchte, das Trauerspiel hat immer noch kein Ende…

Staat vs. Tennessee Eisenberg

Sonntag, 28. März 2010

Es sollte einem doch zu denken geben, wenn jemand, der keine Schusswaffe in der Hand hatte, von Polizisten mit zwölf gezielten Schüssen – man muss sagen niedergestreckt – wurde. Ja, niedergestreckt.

So weit ich weiß, besteht auch die Möglichkeit jemanden – egal in welchem Rausch – mit Schüssen in die Oberschenkel zu stoppen. Mit einem Schuss evtl, . mit zweien: sehr sicher.  Bei dreien:  mit äußerster Wahrscheinlichkeit, bei vieren……..

Warum man zwölf Schüsse abgeben muss und warum der Fall im Nachhinein nicht mehr rekonstruiert werden kann, jedoch ist mir ein Rätsel.

Nach einer – für die “Gesetzteshüter” erfolgreich abgewehrten Klage – hatte nun der Generalstaatsanwalt darüber zu befinden, ob das ganze Schreckliche was da passiert ist – und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann – wenigsten einen ordentlichen Abschluss in einem Gerichtsprozess findet.

Doch wie zu erwarten, hat der -  im übertragenen Sinne gesehene – “Arbeitgeber” seinen ausführenden Mitarbeitern nicht ans Bein gepisst.

Was einmal wieder ein Zeichen dafür ist, das hier nicht alles so gerecht abläuft, wie uns immer vorgelogen wird. Das der allseits bekannte Lobbyismus totgeschwiegen wird, hat – nennen wir es mal – wirtschaftliche Gründe.

Wie aber hier nun das Gesetz (und vor alle dessen Gleichheitsgrundsatz) mit Füßen getreten wird, dafür finde ich gar keine passenden Worte mehr. Doch, eines:  “Kotz” !

Hätte Otto-Normal in der selben Notwehr-Situation mit zwölf Schüssen reagiert, wäre sofort von einem gekränktem Verhältnis zwischen Täter und Opfer ausgegangen – ja,  eventuell sogar von einer Beziehungstat…

Kranke Welt,  in der wir leben, hm ?